Das Lenkrad ist abgegriffen. Die Oberfläche glänzt, an einzelnen Stellen löst sich das Material und das ehemals angenehme Griffgefühl ist verschwunden.
Der erste Gedanke liegt nahe:
„Dann brauche ich wohl ein neues Lenkrad.“
Unsere Empfehlung lautet jedoch: Kaufen Sie nicht sofort ein neues Lenkrad.
Nicht, weil ein Austausch grundsätzlich falsch wäre. Bei strukturellen Beschädigungen oder technischen Defekten kann er sogar notwendig sein. In vielen Fällen betrifft das Problem aber nur die Oberfläche – während das originale Lenkrad, der Airbag, die Multifunktionstasten und die Lenkradheizung weiterhin einwandfrei funktionieren.
Dann wäre es unverhältnismäßig, das gesamte Bauteil nur wegen einer abgenutzten Oberfläche zu ersetzen.
Das Lenkrad ist mehr als ein Stück Leder
Von außen betrachtet wirkt ein Lenkrad relativ einfach. Tatsächlich können darin zahlreiche fahrzeugspezifische Komponenten integriert sein:
-
Fahrerairbag
-
Multifunktionstasten
-
Schaltwippen
-
Lenkradheizung
-
Vibrationsmotoren für Assistenzsysteme
-
Sensoren zur Handerkennung
-
fahrzeugspezifische Kabel und Steckverbindungen
Ein anderes Lenkrad muss daher nicht nur optisch passen. Auch Baujahr, Ausstattung, Elektronik, Airbageinheit und Lenkradform müssen miteinander kompatibel sein.
Gerade bei modernen Fahrzeugen kann aus einem scheinbar einfachen Austausch schnell ein technisch und finanziell aufwendiges Projekt werden.
Hinzu kommt: Der deutsche Gesetzgeber verlangt in § 38 StVZO, dass die Lenkeinrichtung ein leichtes und sicheres Lenken des Fahrzeugs gewährleisten muss. Veränderungen am Lenkrad sollten deshalb niemals improvisiert werden.
Stellen Sie zuerst die richtige Frage
Fragen Sie nicht sofort:
„Wo bekomme ich ein neues Lenkrad?“
Fragen Sie stattdessen:
„Ist mein Lenkrad wirklich defekt – oder ist nur seine Oberfläche verschlissen?“
Diese Unterscheidung verändert die gesamte Entscheidung.
Fall 1: Nur die Oberfläche ist abgenutzt
Typische Anzeichen sind:
-
glänzend gewordene Griffbereiche
-
kleine Risse oder abblätternde Beschichtung
-
ausgeblichene Farbe
-
unangenehm glatte Stellen
-
klebrige oder spröde Oberfläche
-
optisch veraltetes Design
Wenn sich das Lenkrad weiterhin stabil anfühlt und alle Funktionen normal arbeiten, liegt häufig ein Oberflächenproblem vor.
In diesem Fall kann ein modellbezogener, handgenähter Lenkradbezug eine sinnvolle Alternative zum vollständigen Austausch darstellen. Das originale Lenkrad bleibt im Fahrzeug und erhält eine neue Griffoberfläche.
Fall 2: Das Lenkrad hat einen technischen Defekt
Ein neues Obermaterial kann keine technischen oder strukturellen Schäden reparieren.
Lassen Sie das Fahrzeug in einer Fachwerkstatt überprüfen, wenn:
-
das Lenkrad ungewöhnliches Spiel hat
-
die Lenksäule Geräusche verursacht
-
sich das Lenkrad verformt hat
-
der Lenkradkranz gebrochen oder locker ist
-
Multifunktionstasten nicht mehr funktionieren
-
die Airbag-Kontrollleuchte dauerhaft leuchtet
-
das Fahrzeug von einer Airbag- oder Lenksystem-Rückrufaktion betroffen ist
Auch der ADAC weist in seiner HU-Checkliste darauf hin, dass unter anderem die Airbag-Kontrollleuchte nach dem Start nicht dauerhaft leuchten darf.
In solchen Fällen geht es nicht um eine optische Aufwertung, sondern um ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Ein Bezug ist dafür keine Reparatur.
Die Entscheidungsampel für Ihr Lenkrad
Grün: Das originale Lenkrad behalten
Sie können über eine neue Oberfläche nachdenken, wenn:
-
ausschließlich das Bezugsmaterial abgenutzt ist
-
der Lenkradkranz fest und unverformt ist
-
Airbag und Bedienelemente einwandfrei funktionieren
-
die Lenkradheizung normal arbeitet
-
Sie mit Form und Ausstattung des originalen Lenkrads zufrieden sind
Für diese Situation wurden die modellbezogenen MEWANT Lenkradbezüge entwickelt. Sie werden passend zur jeweiligen Lenkradform gefertigt und direkt auf dem vorhandenen Lenkrad vernäht.
Gelb: Vorher prüfen lassen
Eine fachliche Prüfung ist sinnvoll, wenn:
-
Sie die Ursache eines ungewöhnlichen Lenkgefühls nicht kennen
-
das Fahrzeug einen Unfall hatte
-
bereits Änderungen am Lenkrad vorgenommen wurden
-
Sie nicht sicher sind, ob das vorhandene Lenkrad zum Fahrzeug gehört
-
eine Warnleuchte oder Fehlermeldung angezeigt wird
Erst wenn ein technischer Defekt ausgeschlossen wurde, sollte über die Erneuerung der Oberfläche entschieden werden.
Rot: Nicht einfach überdecken
Ein Bezug darf nicht dazu verwendet werden, einen Riss im Lenkradkranz, eine lockere Verbindung, eine beschädigte Airbageinheit oder andere sicherheitsrelevante Defekte zu verstecken.
Bei solchen Schäden empfehlen wir ausdrücklich die Prüfung und Reparatur durch eine qualifizierte Fachwerkstatt.
Drei Wege zu einem besseren Lenkrad
Ist lediglich die Oberfläche verschlissen, stehen normalerweise drei Möglichkeiten zur Auswahl.
1. Das komplette Lenkrad austauschen
Ein Austausch kann sinnvoll sein, wenn das originale Lenkrad technisch defekt, verformt oder nicht mehr reparierbar ist.
Vor dem Kauf sollten jedoch folgende Punkte geprüft werden:
-
exakte Teilenummer
-
Fahrzeugmodell und Baujahr
-
Airbag-Kompatibilität
-
Multifunktionstasten
-
Schaltwippen
-
Lenkradheizung
-
Sensoren und Assistenzsysteme
-
notwendige Codierung
-
Einbaukosten
Der Kaufpreis des Lenkrads ist daher nicht automatisch der Endpreis.
2. Das Lenkrad professionell neu beziehen lassen
Dabei wird das Lenkrad ausgebaut und von einem Fachbetrieb bearbeitet. Das Ergebnis kann sehr hochwertig sein und eignet sich besonders für umfangreiche Veränderungen an Form oder Polsterung.
Zu berücksichtigen sind der Ausbau, der Versand oder Werkstatttermin und die Zeit, in der das Fahrzeug gegebenenfalls nicht genutzt werden kann.
3. Einen passgenauen Bezug selbst vernähen
Ein handgenähter Bezug wird direkt über dem vorhandenen Lenkrad angebracht. Das originale Lenkrad muss dabei normalerweise nicht ausgebaut werden.
Im Unterschied zu einer universellen, nur aufgesteckten Lenkradhülle wird ein modellbezogener Bezug an die konkrete Lenkradform angepasst und vernäht. Dadurch soll er eng an der vorhandenen Oberfläche anliegen.
Eine Übersicht der verfügbaren Fahrzeugmarken und Modelle finden Sie in unserem MEWANT Lenkradbezug-Konfigurator.
Warum wir das originale Lenkrad möglichst erhalten würden
Die vorhandene Ausstattung bleibt an ihrem Platz
Wenn das originale Lenkrad nicht ausgebaut wird, bleiben Airbag, Tasten, Schaltwippen und weitere Bedienelemente in ihrer vorgesehenen Position.
Der Bezug wird um den Lenkradkranz und die dafür vorgesehenen Bereiche gelegt. Er ist nicht dafür gedacht, die Airbageinheit zu überdecken oder technische Komponenten zu verändern.
Sie verändern genau das, was Sie tatsächlich stört
Wenn nur die Oberfläche beschädigt ist, muss nicht das gesamte Lenkrad ersetzt werden.
Sie erneuern den sichtbaren und fühlbaren Bereich – nicht automatisch alle darunterliegenden Bauteile.
Material und Design lassen sich individueller auswählen
Je nach Ausführung können unterschiedliche Materialien, Oberflächen und Farben miteinander kombiniert werden, beispielsweise:
-
glattes Echtleder
-
perforiertes Leder
-
Mikrofaser
-
Alcantara-ähnliche Materialien
-
Carbonfaser-Optik
-
farbige Nähte
-
eine 12-Uhr-Markierung
Damit lässt sich ein abgenutztes Serienlenkrad optisch erneuern, ohne direkt auf ein komplett anderes Lenkrad umzubauen.
Nicht jeder Lenkradbezug ist automatisch eine gute Lösung
Von lockeren Universalhüllen raten wir ab, wenn sie sich auf dem Lenkrad bewegen oder den Griffdurchmesser unangenehm vergrößern.
Ein Lenkrad ist die direkte Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug. Eine schlecht sitzende Oberfläche kann das Lenkgefühl beeinträchtigen. Der Bezug muss deshalb zur Lenkradform passen, sauber positioniert und fest vernäht werden.
Vor der Bestellung sollten Sie nicht nur Fahrzeugmodell und Baujahr prüfen, sondern auch die tatsächliche Lenkradform vergleichen. Innerhalb einer Modellreihe können unterschiedliche Standard-, Sport- oder Ausstattungsversionen existieren.
Wenn Sie unsicher sind, senden Sie vor der Bestellung ein Foto Ihres Lenkrads. Die sichtbare Form ist häufig aussagekräftiger als die Modellbezeichnung allein.
Der Einbau ist Teil des Ergebnisses
Ein hochwertiges Material kann nur dann gut aussehen, wenn es sorgfältig montiert wird.
Planen Sie für die Installation ausreichend Zeit ein. Der Bezug sollte zunächst vollständig ausgerichtet werden, bevor die Naht endgültig festgezogen und die Kanten eingearbeitet werden.
Besonders wichtig sind:
-
die mittige Position der 12-Uhr-Markierung,
-
die symmetrische Ausrichtung an den Speichen,
-
eine gleichmäßige Fadenspannung,
-
sauber eingearbeitete Materialkanten,
-
eine abschließende Kontrolle aller Übergänge.
Unsere Tipps für die Installation zeigen, worauf Sie bei der Montage achten sollten.
Wenn Sie den Bezug nicht selbst vernähen möchten, finden Sie außerdem MEWANT Installationspartner in Deutschland.
Die Haltbarkeit beginnt nach der Montage
Eine erneuerte Oberfläche sollte regelmäßig und materialgerecht gepflegt werden.
Aggressive Universalreiniger, Desinfektionsmittel und starkes Reiben können Leder oder Mikrofaser unnötig belasten. Meist genügt eine schonende Reinigung mit einem weichen Tuch und einem geeigneten Pflegemittel.
Ausführliche Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber zur Pflege von Lenkradbezügen.
Wer Verschmutzungen regelmäßig entfernt, verhindert, dass sich Hautfette, Schweiß und Rückstände dauerhaft in der Oberfläche festsetzen.
Unsere Empfehlung
Wir verkaufen Lenkradbezüge – trotzdem empfehlen wir nicht, jeden Schaden einfach zu überdecken.
Bei einem technischen oder strukturellen Problem gehört das Fahrzeug in eine Fachwerkstatt. Sicherheit hat Vorrang vor Optik und Kosten.
Wenn jedoch nur die Oberfläche abgenutzt ist, müssen Sie nicht automatisch ein komplett neues Lenkrad kaufen. Häufig kann das originale Lenkrad erhalten und gezielt dort aufgewertet werden, wo die Abnutzung tatsächlich entstanden ist.
Das ist der entscheidende Unterschied:
Nicht das gesamte Lenkrad wird ersetzt. Die Oberfläche, die Sie jeden Tag berühren, wird erneuert.
Lesen Sie ergänzend unseren Ratgeber „Lenkrad neu beziehen – Originalfunktionen erhalten“ oder wählen Sie im MEWANT Konfigurator Ihre Fahrzeugmarke und vergleichen Sie Ihr Lenkrad sorgfältig mit den Produktbildern.
Behalten Sie das Original, wenn es technisch einwandfrei ist. Ersetzen Sie es, wenn es sicherheitsrelevant beschädigt ist. Und erneuern Sie nur die Oberfläche, wenn genau dort das eigentliche Problem liegt.

